Das mineralische Sediment der Wakenitz wird von einer massiven organischen Schlammschicht bedeckt. Eine Stabmessung glitt 1,21 Meter widerstandslos in den Boden. Diese wachsende Schicht reduziert nicht nur die Wassertiefe, sie phosphathaltig und eher sauerstoffarm. Stark versetzt mit potenten Algensporen und ruhenden Pflanzenteilen bietet sie den Nährboden jährlich massiver werdenden Aufkeimens invasiver Pflanzen. Mangels ausreichender Fließkraft, gelingt keine reduzierende Schlammverfrachtung in die gestauten Wakenitzabflüsse. Die Verschlammung wird auf natürlichem Wege nicht ausreichend reduziert.

Trotz kaum stattfindender Schlammverfrachtung gelangen Anteile der keimfähigen Biomasse in die Teiche „Krähenteich“ und „Mühlenteich“. Die Verlandung wird sich zunehmend auch auf diese Gewässer ausbreiten.
Die Wasserqualität und der Erhalt der Gewässer sollte gerade in der Zukunft oberste Priorität haben. Eine Entschlammung könnte allen Gewässerabschnitten Entlastung bringen und das schnelle Wachstum der invasiven Pflanzen drosseln.
Eine Entschlammung ist ein Eingriff in das Ökosystem, allerdings scheint er bei der aktuellen Lage zwingend nötig.
- „Sind die Einträge so weit gegangen, dass das Gewässer komplett verschlammt ist und der ordnungsgemäße Wasserabfluss nicht mehr gewährleistet ist, so sind Entschlammungsmaßnahmen durch zu führen.“ [1]
Die Konzeptskizze zur Sanierung der Wakenitz [2] halten wir nur sekundär für wirksam und im städtischen Bereich deutlich einseitig, ohne Kontext zur Gesundheit der Stadtbewohnenden erdacht. Die Wichtigkeit von der Ressource Wasser scheint im Kontext zur Klimaerwärmung nicht durchdacht. Eine Verlandung wird in Kauf genommen. Die Konzeptskizze enthält keine direkten Maßnahmen zur Reduzierung der Verschlammung, auf der jegliche langfristigen Maßnahmen aufbauen.
- Uferrenaturierung an der Wakenitz · Maßnahme: Rückbau unnatürlicher Uferbefestigungen zur Förderung natürlicher, strukturreicher Lebensräume und Verbesserung der natürlichen Reinigungsfunktion [2]
Kostspielige Maßnahmen (Beispiel Fischtreppe für geschätzt 1,2 Mio. Euro – [3] ) sind geplant, werden sich aber nicht oder kaum auf die Wasserqualität auswirken.
[3] So will Lübeck die Wakenitz sanieren, LN 16.06.2026
Die Verwaltung hat in einer Konzeptskizze bereits einen Gewässerentwicklungsplan, die Schaffung von Uferschutzstreifen, den Rückbau von Uferbefestigungen und die Renaturierung des Niemarker Landgrabens als Maßnahmen vorgeschlagen.
Quelle: Mehr Schutz für einzigartigen Naturraum: Lübeck beschließt Heilkur für die Wakenitz, LN 4.26
Im Gespräch mit einigen Konzeptentwickelnden wurde von einer „ruhenden“ Wakenitz gesprochen, die sich so erholen soll. Nach unseren Recherchen wird so die Verlandung weiter voranschreiten, denn die Schlammlast kann sich nicht mehr eigenständig reduzieren. Die vom Naturschutz erwähnte Selbstreinigung ist mit dieser hohen Last an potenter Biomasse nicht möglich. Siehe als Beispiel Referenz [1]

