Vor 50 Jahren vs. Heute

Aktiver Pflegenaturschutz statt der Verlandung zuschauen


Die Wakenitz ist ein Kultur- und Naturgut. Wenn die Stadt tatenlos zusieht, wie der Fluss verlandet, ist das der Todesstoß für die heimische Biodiversität und die Stadtgesundheit. Pflege ist notwendige Erste Hilfe. Dieser Eingriff wird das System kurzfristig belasten, sorgt jedoch für die langfristige Heilung und eine Unterstützung der Langzeitideen der Konzeptskizze. Der Fluss soll in seiner Funktion als lebendiges Ökosystem und als Raum für Naherholung und Sport erhalten bleiben.

Am 25.08.1976 erschien in den Lübecker Nachrichten dieser Artikel

Wakenitz Baggerarbeiten – Texttranskript – weiter unten – weiterlesen –

Die Stadt berichtet am 24.08.2026 von starker Schädigung der Natur durch diese Baggerarbeiten, kann aber keine genau darauf zurückführenden Beispiele nennen. Wir möchten betonen, dass sich heute deutlich schonendere Möglichkeiten einer Entschlammung bieten. Diese finden leider derzeit wenig Gehör. Der Naturschutzbeirat lehnt Entschlammung per se ab, ohne sich, am 24.08.26 im Podium vertretenurch Herrn Schulz, mit diesen Techniken vertraut zu zeigen.

Die überfüllte Informationsveranstaltung fand ohne Aufzeichnung statt. Eine solche wurde von uns im Vorwege kurzfristig angefragt und abgelehnt. Die Veranstaltung zeigte sich auch aufgrund technischer Probleme einseitig, Fragenfülle war aufgrund langer Vortragszeiten seitens der Einladenden eingeschränkt, Fragen fanden keine ausreichend schlüssigen Antworten. Wir stellen unsere Kernfragen hier ein und hoffen, diese in naher Zukunft klären zu können.

Chemisch-technisches Schlamm-Management

Nitrat ist wasserlöslich und scheint nicht das Hauptproblem zu sein. Der offizielle Sonderbericht zur Wasserqualität von Prof. Külls von der TH Lübeck dokumentiert den massiven, kontinuierlichen Nitrateintrag über die Nebenbäche. Seine Daten beweisen aber auch: Dieses Nitrat verbleibt nicht im Schlamm, sondern wird dort von Bakterien abgebaut. Da die Wakenitz langsam fließt, findet dieser Abbau eher ortsständig statt. Das wahre Problem liegt am Grund: Es ist das Dauer-Depot aus Phosphat. Die von der Stadt beauftragte Wissenschaft hat das Problem klar benannt.

MEHR WAKENITZ FRAGE

Warum nutzt die UNV diese harten Daten nicht für ein gezieltes, chemisch-technisches Schlamm-Management, sondern schiebt den Nitrateintrag als Ausrede vor, um beim erstickenden Schlamm und der von ihr bestätigten Verlandung zuzuschauen?

Sofortmaßnahmen

Die Entnahme der freischwimmenden Pflanzenteile im Spätsommer wie auch im Frühjahr (zweites Aufschwimmen eutrophierter Pflanzen) würde die Verrottung im Wasser stoppen und die Verlandung verlangsamen.

Jäten statt Mähen erwirkt die komplette Entnahme der Pflanzen inklusive Wurzel. Das schnelle Nachwachsen wird verhindert. Die Diskussion eines Mähens wird plakativ priorisiert, obwohl allen Beteiligten bekannt ist, dass dies die Pflanze unter Druck setzt und so ihr Wachstum fördert. Für Vereine und große Flächen könnte eine Spindeltechnik eine saisonale Krautentlastung erwirken. Hier bleibt dennoch die Problematik des potenten Schlamms bestehen. Es handelt sich bei dem Jäten um eine Entlastung, nicht um die endgültige Lösung.

MEHR WAKENITZ FRAGE

Warum stellt sich die Stadt gegen die Umsetzung von Maßnahmen mit Bürgerbeteiligung und belegt stattdessen Vereine mit zusätzlichen Hürden wie kostspieligen Gutachten?