Wasserqualität und Photosynthese

Die Verschlammung erzeugt eine dunklere Bodenfärbung. Der Schlamm besteht aus organischen Stoffen und bedeckt den mineralischen Boden, das Sediment. Diese mittlerweile dicke dunkle Schicht erzeugt eine abnehmende Wassertiefe und sorgt, durch die dunklere Färbung, für eine schnellere Erwärmung des Gewässers. Als Folge tritt der invasive Pflanzenwuchs früher im Jahr auf, die Pflanzenlast steigt durch nährstoffreichen Boden und dem verringerten Abstand zu Wasseroberfläche entsprechend.

Schlamm ist deutlich dunkler als das Sediment

Photosynthese & Sauerstoff

Je näher der Boden der Oberfläche kommt, desto besser gelingt die Photosynthese für die teilweise winterstabilen invasiven Pflanzen. Ihre Vegetation wird üppig und generiert mehr Schlamm. Die positive Sauerstoffbilanz dieser Pflanzen sollte überdacht werden. Die Krux, die Photosynthese findet tagsüber statt, in der Nacht und mit der Verrottung wirken die Pflanzen sauerstoffzehrend.


[1]  C. Külls, M. Kock, Untersuchungen der Wasserqualität von Wakenitz, Krähenteich und Mühlenteich im Jahr 2023

Starkregen fördert Sauerstoffschuld und Nährstofffreisetzung

Starkregen führt zu einem temporären Sauerstoffrückgang, in flachen Gewässerzonen können Schweb- und Nährstoffe aus dem Boden aufgewirbelt werden. In weniger bewegten Zonen verändert der Regen die Schichtung des Wassers und stört so die Sauerstoffverteilung. Bei bereits niedrigem Sauerstoffgehalt stellt dies eine deutliche Belastung dar. Die Aufwirbelung des Schlamms in der eher flachen Wakenitz setzt reichlich Nährstoffe und Pflanzenteile frei.

  • „Durch die Untersuchungen der Sedimente[..] im Frühjahr 2023 hat sich jedoch auch gezeigt, dass in den Sedimenten der Wakenitz sehr hohe Phos[-]phatreserven liegen, die durch Lösung re[-]mobilisiert werden können.“ [1](C. Külls, M. Kock)

Diese Remobilisierung von Phosphat tritt mit steigender Schlammlast und klimaabhängig vermehrt auftretendem Starkregen häufiger auf. Die Sondenmessungen zu den zitierten Untersuchungen liegen in Bereichen der Wakenitz und des Mühlenteichs. Diese Region weist eher freies Wasser auf. Sie sind als gelbe Bojen gut sichtbar. In den Messzonen scheint noch leichte Fließbewegung zu herrschen, ein Faktor, der mit der voranschreitenden Verkrautung vielen Regionen des Flusses während der Vegetationsperioden fehlt.

Fische haben es im Kraut schwer
Jungfische durchdringen das Dickicht nicht

Diversität lässt sich nicht mit blinder Duldung invasiver Arten erschaffen oder schützen.

Die Sauerstoffbilanz wird stark, wie erwähnt, von der Verrottung beeinflusst. Das Pflanzenmaterial zeigt sich in der Zersetzung deutlich schadhaft, denn eine Verrottung (Eutrophierung) setzt Stoffe frei, die neuen Nährboden vorrangig für die starken invasiven Pflanzen bilden. Eine hohe verrottende Pflanzenlast führt zu einer vermehrten Sauerstoffschuld. Dies kann zu Sauerstoffnot (hypoxischen Bedingungen) für die aquatischen Organismen führen. Sie kann die Biodiversität belasten.

Blaualgen

In den letzten Jahren keimten regelmäßig Blaualgen (Cyanobakterien) in den Gewässern Wakenitz und Krähenteich und Mühlenteich auf. Sie treten beim Absterben von Zellen (Pflanzen) im sauerstoffarmen, warmen und nährstoffreichen Wasser auf. Blaualgen produzieren Giftstoffe, die ins Wasser gelangen. Sie können sehr belastend für das Wasser und die Gesundheit der Menschen und Tiere wirken und sollten dringend vermieden werden.

Algenteppich in verschiedenen Stadien mit starkem Blaualgenaufkommen -Juli 2026
Fadenalgenteppich – Sommer 2024
Aufschwimmende Rottung – Frühjahr 2025

Verrottung abfischen?

Die verrotteten Pflanzenteile der Algen bilden einen Teil der belastenden Biomasse, sie zu entnehmen wäre im Frühjahr mit Abfischen möglich. Die Belastung des Ökosystems scheint hierbei eher gering, denn meist finden die starken Aufschwemmungen im Frühjahr statt. Eine Neubelastung der Schlammbildung könnte hier in kleinen Anteilen verhindert werden.